Mittelschule des Monats

Mittelschule Niederwiesa
Im Dezember hat die Mittelschule Niederwiesa das Qualitätssiegel für
Berufs- und Studienorientierung erhalten. Damit zeichnet das Sächsische
Kultusministerium Schulen für ihr besonderes Engagement aus. In
Niederwiesa geht die Initiative der Lehrer weit über das hinaus, was der
Lehrplan vorsieht.
Die Eltern mit ins Boot holen
So stehen ab Klasse 8 Besuche in Unternehmen der Region auf dem
Stundenplan, um hinter die Kulissen zu blicken und in den Arbeitsalltag
reinzuschnuppern. Zu den traditionellen Ausbildungstagen an der
Mittelschule Niederwiesa stellen sich zahlreiche Firmen und Institutionen
vor. Dabei können sich die Schüler auf der Ausbildungsmesse umsehen,
Fragen stellen und eigene Chancen ausloten. »Eine gute Berufsorientierung
ist aber nur möglich, wenn man auch die Eltern mit ins Boot holt«, weiß
Schulleiterin Ingrid Schwendel. Deshalb werden sie bei den zahlreichen
Veranstaltungen immer mit einbezogen, können sich so über Möglichkeiten
und Aussichten der Berufswahl ihrer Kinder informieren. Dieses besondere
Engagement der Niederwiesaer Pädagogen kommt bei den Eltern natürlich
gut an. Und das spricht sich herum: »Die Hälfte unserer Schüler kommt
von außerhalb der Gemeinde Niederwiesa – das ist ein Zeichen für den
Erfolg unseres Konzepts«, stellt die Schulleiterin fest.
Einmal pro Woche ist Teamstunde, die Schüler und Lehrer regelmäßig
zur gemeinsamen Vor- und Nachbereitung von Berufspraktika nutzen. Für die
Hauptschüler gibt es jedes Jahr im Februar eine Sonderprojektwoche, in
der sie Betriebe in der Region besuchen und mit Unterstützung des
Berufsvorbereitungsteams der Schule fleißig Bewerbungen schreiben. Nicht
einfach so zur Übung – die Mappen gehen am Ende der Woche tatsächlich
in die Post. »Wir haben zusammen mit unseren Partnerunternehmen sehr gute
Möglichkeiten, die Schüler zu beraten und zu unterstützen«, so Ingrid
Schwendel. »Das können die Eltern allein oftmals nicht in dem Maß
leisten.«
Schülermitwirkung wird groß geschrieben
Auch das Thema Demokratie in der Schule wird in Niederwiesa groß
geschrieben. So gibt es jedes Jahr eine Lehrer-Schüler-Eltern-Konferenz,
um neue Ideen für den Unterricht zu entwickeln und konkrete
Unterrichtsmethoden zu diskutieren. Über Regeln und Normen, die an der
Schule gelten, verständigen sich alle Beteiligten gemeinsam. Die
Schulleiterin weiß: »Je besser die Schüler schon im Vorfeld einer
Entscheidung einbezogen werden, desto einfacher lassen sich die Dinge dann
im Schulalltag umsetzen.« So haben Lehrer und Schüler gemeinsam das
Projekt »Schulstation« ins Leben gerufen. Wenn ein Schüler im
Unterricht stört oder einfach mal einen schlechten Tag hat, kann ihn der
Lehrer zur Schulstation schicken. Dort nimmt sich ein Kollege Zeit, um auf
die Probleme des Schülers einzugehen. Im Unterricht sei dies einfach
nicht möglich, sagt Frau Schwendel, aber durch die Schulstation könne
man den Kindern helfen, bevor sich ein ernsthaftes Problem entwickelt hat.
Eine wichtige Rolle an der Mittelschule Niederwiesa spielt auch der Schülerrat.
So hat er ein eigenes Budget, um Projekte wie den Klassenzimmerwettbewerb
zu organisieren und sogar kleine Preise auszuloben. Die Sieger können
sich beispielsweise über einen Zuschuss für den nächsten Schulausflug
freuen oder gemeinsam Pizza essen gehen.