1. Allgemeine Angaben zum Modellversuch/ Projekt

 

Mittelschule Niederwiesa

Beginn mit dem Modul Partizipation

Regionalverbund Chemnitz/Zwickau

Beteiligte des Schulteams: 8 Arbeitsgruppenmitglieder(Frau Frassek, Frau Griesbach, Frau Wollmann, Frau Schacht, Frau Dr. Gläser, Frau Schwendel, Frau Wünsche-2 Jahre, Herr Furkmannn –2 Jahre)

und weitere 12 Kolleginnen und Kollegen ,die an der Fortbildung „Selbstwirksamkeit“ teilnahmen oder in verschiedenen Einzelprojekten mitwirkten

3 Elternvertreter

50 Schüler (Streitschlichter und Schülerrat)

Laufzeit/Berichtszeitraum: November 2002 bis März 2007

 

 

 

      2. Kurzdarstellung zum Modellversuch

 

      Zu 2. 1.  Schüler gestalten Schul- und Lernkultur mit

 

Ø      Schülervertreter übernehmen Verantwortung im Schülerrat und finden ihre Ziele   

selbst

Ø      Information/Kommunikation zwischen Schülervertretern, Schülern und Lehrern

                        gewährleisten, sowie optimal gestalten

 

Mediation in den Schulalltag implementieren

 

Ø      Streitschlichtung in den Klassen bekannt machen

Ø      Organisationsvoraussetzungen schaffen (Raum, Mittel...Zeitplanung)

Ø      Ausbildung neuer Streitschlichter durch die eigene Gruppe „Schlichter bilden Schlichter aus“

Ø      Regelmäßiges Feedback/ Thematisierung in Lehrerkonferenzen

                  

      Zu 2. 2. Voraussetzungen/Rahmenbedingungen

 

Ø      bereits funktionierender Schülerrat

Ø      qualifiziertes Lehrerteam zu neuen Unterrichtsformen und –methoden

Ø      aktive Schülerschlichtergruppe

Ø       enges Vertrauensverhältnis und Engagement zwischen Schülern, Eltern und

                        Lehrern

Ø      Heranführen neuer Kollegen an veränderte Lehr- und Lernformen

 

Zu 2.3.  Ablauf

 

Zu 2.3.1. Ursprüngliche Zielsetzungen

 

Ø       Schülervertreter übernehmen Verantwortung im Schülerrat und finden ihre Ziele   

                        selbst

Ø       Information/Kommunikation zwischen Schülervertretern, Schülern und Lehrern

                        gewährleisten, sowie optimal gestalten

Ø       Lernräume gestalten

Ø       Lerngruppen initiieren

Ø       Unterrichtsgestaltung mit Schülermitwirkung

 

    Zu 2. 3. 2. ursprüngliche Zielsetzungen wurden umgesetzt

 

                      ab Herbst 2003 zusätzliche Arbeit am Modul „Unterricht“

 

 Zu 2.3.3.Meilensteine         

        

Ø      Workshops des Schülerrates mit externen Moderatoren( Frau Kraupa, Herr Glaser)

Ø      Zukunftswerkstätten des Schülerrates

Ø      Lehrer –Schüler-Eltern-Konferenzen

Ø      Fortbildungen des Lehrerteams mit der Humboldt-Universität Berlin

Ø      Modellversuchskonferenzen, Zwischenkonferenzen

Ø      Fortbildungsveranstaltungen der Schlichter

 

Zu 2.4. Ergebnisse

 

Zu 2. 4. 1.  Die erklärten Ziele wurden im Wesentlichen erreicht.

 

Ø      Erreichte Teilziele:

- aktive und selbstständige Mitwirkung der Schüler in schulischen Gremien, sowie   Übernahme von Verantwortung im Schülerrat 

- selbstständige Zielformulierung im Rahmen der Zukunftswerkstatt

- wirksame Fortbildung der Schülerräte zu Diskussionsleitung, Gesprächsführung und  Visualisierungstechniken

- selbstständige Wandgestaltungen im Schulhaus und in Klassenräumen

- die Streitschlichtergruppe ist aktiv und im Schulalltag präsent

- gemeinsame Feedbackkultur zu Ergebnissen und Gestaltung des Unterrichts

- Lehrer-Schüler-Eltern-Konferenzen zur Auswertung und neuer Zielsetzung

Ø      Reserven:

Schülervertreter arbeiten überwiegend ohne ständige Anleitung der Lehrer

Lerngruppen müssen in jedem Schuljahr neu gebildet werden und arbeiten noch nicht immer regelmäßig

einzelne Fachlehrer sollten Schülersprecher verstärkt unterstützen und zur aktiven Mitarbeit motivieren

einige Schüler sollten sich selbstständiger an der Durchführung des Unterrichts beteiligen

 

    Zu 2.5. Kooperationen

 

    Zu 2. 5. 1.  folgende externen Kooperationspartner dienten

                      zur Stabilisierung des Schulteams: Frau Kraupa, Herr Glaser

                      zur Unterstützung der Schulentwicklungsprozesse: Lions-Quest

                                                                                                        Forumtheater

                                                                                                        Arche Nova e. V.

                                                                                                        Friedrich-Ebert-Stiftung

                                                                                                Dr. Kleine/Frau Roeder (Uni Berlin)

 

 

 

 

   Zu 2. 5. 2.   Frau Kraupa und Herr Glaser unterstützen umfangreich und regelmäßig den

                      Schülerrat und arbeiteten eng mit Frau Schwendel, Frau Griesbach, Frau Schacht

                      und einem Team von Klassenlehrern zusammen.

                      Mit einer neunten Klasse setzte Herr Glaser sehr erfolgreich das Thema

                      „Wir gründen einen Staat“ um.

                      10 Kolleginnen erhielten eine umfangreiche Qualifizierung im Rahmen von

                      Lions-Quest.

                      3 Schulklassen erlernten in einem Grundkurs  im Forumtheater unter anderem  

                      Möglichkeiten der Konfliktschlichtung. Darüber hinaus betreuten die Kollegen

                      oben genannte Klassen in weiteren Unterrichtsstunden an unserer Schule.

                      Frau Schindler, Frau Gläser und Frau Griesbach nahmen an einem Workshop

                      in Dresden teil, und wurden hervorragend in die Methodik des Forumtheaters

                      eingeführt.

                      Sehr öffentlichkeitswirksam wurde das Planspiel Kommunalpolitik unter

   guter fachlicher Anleitung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit zwei Schülerjahrgängen umgesetzt.

Die Fortbildungsmodule der Humboldt Universität waren gut konzipiert, leider  empfanden wir Mängel bei der Durchführung – wenig flexibel wurde auf das Vorwissen des Kollegiums geachtet, damit gab es Teile der Unterforderung ...auch Rückmeldungen in den Zwischenkonferenzen brachten keine positive Veränderung                  

 

                        

                  

3.1 und 3.2 Entwicklung demokratischer Handlungskompetenzen (als Einheit à Kompetenzen führen zur Kultur)

 

o         Ziele

I.                     Schüler gestalten Schul- und Lernkultur mit (Partizipation)

II.                   Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung im Unterricht (Unterrichtsentwicklung)

Zu I.

Ø       Schülermitwirkung

-          Lernräume gestalten

-          Lerngruppen initiieren

-          Unterrichtsgestaltung mit Schülermitwirkung

Ø       Streitschlichter – Implementation in den Schulalltag

 

Zu II.

Ø       motiviertes Lernen

Ø       proaktives Handeln

Ø       kompetentes Sozialverhalten

 

 

o         Maßnahmen

Zu I.

Ø       Zukunftswerkstatt Schülerrat mit externen Beratung durch Prozessmoderator (2Jahre)

Ø       Fortsetzung der Schülerratsarbeit (im Sinne der Verstetigung) durch regelmäßige Schülerworkshops (4 pro Schuljahr) mit Herrn Glaser als Moderator (bis 06/07)

Ø       Projekt „demokraGrundschulen“ (Aufbau von Schülerräten an Grundschulen mit Unterstützung durch Schülerrat der MS Niederwiesa)

Ø       Streitschlichter – Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen innerhalb des Modellversuchs

Ø       „Schlichter bilden Schlichter aus“ als schulinternes Projekt entwickelt und umgesetzt

Ø       Einsatz der Streitschlichter in assoziierten Schulen

 

Zu  II.

Ø       Fortbildung mit der Humboldt-Universität Berlin (3Jahres-Programm für „Demokratie lernen und leben“)

Ø       Fortbildung von 10 Kolleginnen im Rahmen des Lions Quest – Programms

Ø       Nutzung vorhandener Arbeitsgruppenstrukturen für den Modellversuch

Ø       Erstellung des Konzepts „Ganztagsschule demokratisch gestalten“ als demokratischen Prozess mit Eltern, Schülern und Lehrern

 

àerfolgreiche Umsetzung der genannten Ziele!

o          Stolpersteine

Ø       Wechsel in den Funktionsstellen in der Schülervertretung

Ø       Personalwechsel im Lehrerkollegium

Ø       Ungewissheit über Fortbestehen der Schule

 

o         Überwindung

Ø       Gruppenregeln vereinbaren

Ø       Informationen immer wieder an neue Kollegen weitergeben

Ø       Einfach weiterarbeiten

Ø       Konzentration auf Öffentlichkeitsarbeit führten zur Schülerzahlstabilisierung

 

o         Überprüfung

Ø       Interne Evaluation  (Beispiel: Schulbarometer „Miteinander umgehen, nicht umgehen“ durch Schülerrat

Ø       Externe Evaluation (Auswertung der vier Befragungen im Rahmen des Fortbildungsprogramms der Humboldt-Universität Berlin)

 

àwesentliche Ziele umgesetzt

Zitat aus dem Evaluationsbericht der Humboldt-Universität Berlin 2004

Die Befunde „dokumentieren den außergewöhnlich weit entwickelten Stand der Schulentwicklung der Mittelschule Niederwiesa“

 

 

3.3

o         Integration in die schulische Regelpraxis

Ø       Im Unterricht in allen Fächern aller Klassenstufen in unterschiedlicher Ausprägung (abhängig von Lehrperson)

 

Beispiel:

Einsatz von Transparenzpapieren

Ø       Gleiches gilt für folgende Schwerpunkte:

-          Lern- und Leistungsraum

-          Individualisierung

-          Portfolio

-          Selbsteinschätzung

-          Wahlmöglichkeiten im Unterricht

    (siehe Bericht der Humboldt-Universität Berlin 2005)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

o         SUD im Schulprogramm

 

Ø       Schülerratsarbeit

-          Lernräume gestalten

àKlassenzimmerwettbewerb -Einschätzung der Klassenzimmer durch Schülerrat und Auszeichnung der Besten (seit 2004)

-          Lerngruppen initiieren

àLernpatenschaften von Schülern für Schüler (2004 – 2006)

-          Unterrichtsgestaltung mit Schülermitwirkung

àEntwicklung eines Ideenkatalogs für den Unterricht (2004)

àWeiterarbeit mit Umfrage Schulbarometer (2006)

 

àFazit Schülerratsarbeit

Ø       Alle Ziele konnten weitgehend selbstständig realisiert werden.

Ø       Die Schülervertreter haben zusätzlich viel gelernt. Sie können

-          moderieren

-          präsentieren

-          Projekte zielgerichtet realisieren

-          ihr Handeln beobachten und bewerten

-          Probleme wahrnehmen

-          selbst Regeln finden und in die Tätigkeit integrieren

 

 

o         Qualitätsstrukturen

Ø       existieren bereits seit 1999

-          Steuergruppe

-          Schulteams (Arbeitsgruppen)

-          Zusammenarbeit mit Schülervertretung

-          Lehrer-Schüler –Eltern- Konferenz

Ø       gehören zum Qualitätskonzept unserer Schule

 

 

 

3.4 Beteiligung

o         demokratische Gestaltung der Schulkultur durch jährliche Lehrer- Schüler- Eltern-Konferenz

 

o         Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern

Ø       Unterstützung des Ausbildertages

Ø       Durchführung von Lehrerkonferenzen bei Kooperationspartner

Ø       Unterstützung des fächerverbindenden Unterrichts

 

o         Zusammenarbeit mit dem Verbund selbstwirksamer Schulen

Ø       Teilnahme von Lehrern, Schülern, Eltern an Tagungen des Verbundes

 

4.1

o         Neustrukturierung der Arbeitsgruppen

Ø       Arbeitsweise des Kollegiums verändert

-          verstärkte Präsenz der Kollegen im Schulhaus

-          Entwicklung der Qualität der Zusammenarbeit

Ø       Etablierung einer ständigen Steuergruppe (vorher sporadische Zusammenkünfte)

 

o         Nutzung des SUD- Symbols für Schullogo (auf Homepage, Schul-T-Shirt, Kopfbogen der Schule)

Ø       Einführung von Schul-T-Shirts für Schüler und Lehrer zur Entwicklung des Zugehörigkeitsgefühls zur Schule, zur Förderung des Zusammenhalts in der Schule, zur Verstärkung der Außenwirkung

 

o         Stärkere Einbeziehung der Schüler in Planung, Vorbereitung und Durchführung von Schulaktivitäten (Schulfest, Schulsporttag, Tag der offenen Tür...) durch die Arbeitsgruppen

 

o         Streitschlichterà erfolgreiche Implementation im Schulalltag

 

 

4.2 was bleibt

o         Regelmäßige Evaluation von Unterricht und Schulalltag ( Ganztagsangebote, Schulklima)

 

o         Gemeinsame Fortbildungen mit Grundschulen

 

o         Jährliche Grundschulkonferenz zur gemeinsamen Reflexion der Grund- und Mittelschullehrer zum Übergang von der Grundschule zur Mittelschule

 

o         Erweiterung der Zusammenarbeit aller an Schule Beteiligter von einer Lehrer-Schüler-Konferenz zu einer Lehrer-Schüler-Eltern-Konferenz

 

o         Veränderung des Unterrichts

 

Ø       Verstärkter Einsatz von Transparenzpapieren, kooperativen Lernformen

Ø       Trennung von Lern- und Leistungsraum

 

 

5.1

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5.2

o         Zeitfaktor

Ø       Anzahl der Modellversuchskonferenzen/Zwischenkonferenzen ...

Ø       Anzahl der gewünschten Teilnehmer bei Modellversuchskonferenzen

 

àAuswirkungen auf den Schulalltag à Unterrichtsausfall

 

o         Änderung der Anforderungen bzgl. Produkte / Dokumentation

 

o         Personelle Besetzung in den Konferenzen – Grundverständnis muss dann öfter neu geklärt werden

 

5.3

Ø      weitere Begleitung der Schulen durch Außenpartner (auch finanzielle Unterstützung)

Ø      System der assoziierten Schulen „stützen“

Ø      Im Verbund selbstwirksamer Schulen mit Gleichgesinnten in Kontakt treten

Ø       Demokratiepädagogen wirksam werden lassen